Neuigkeiten 2018



Drei Schritte vor und zwei zurück

Sie war mal wieder zu weit gegangen, aber das kannte sie schon von sich. Stets zurückgeschubst von ihm, der das nicht ertrug. Weggeschubst, abgewiesen, mit klarem Nein. Und dann war sie wieder in dieser Stimmung, in der sie nicht wusste, was sie tun sollte. Sollte sie einlenken, wütend sein, verstehen was in ihm vorging? Sie hasste das, hasste dieses Verständnis, das sie für die Menschen, die sie von sich wiesen, hatte. Als ob sie es nicht anders verdient habe, als ob es so sein müsste, als ob sie alleine sein sollte. Aber dem war doch garnet so. Tief im Inneren war ihr schon bewusst, dass sie verdient hat was sie sich wünscht. Und sie wusste tief im Innern hatte er das auch begriffen. Er nämlich verdiente sie, diese liebe Frau, die um ihn kämpft und für ihn da sein will. Sie wusste, dass es ihm nicht einfach fiel das zuzugeben, aber auch er brauchte sie. Und das nicht etwa, weil er abhängig von ihr war, sondern weil sie in ihm Gefühle auslöste, die er zuvor nicht kannte. Nicht so. Sie steckten da beide drin. Und jedes Nein, das von ihm kam, war das Resultat seiner Angst, dass er sich auf sie einließe und sie ihn verlässt. So unterbewusst eben, dass er es nicht richtig bemerkte. Er dachte, so sind sie Männer nun mal, aber nein, so war eben er. Schlechte Erfahrungen und all das Leid des Lebens hatten beide sich einigeln lassen, aber miteinander begannen sie an dem Schutzpanzer zu rütteln und ihn zu durchbrechen. Wie es ausgehen würde, wusste keiner der beiden wirklich, aber die Hoffnung, die Liebe und der Glaube an ihre Beziehung leitete sie, was auch die einzige Chance war auf eine glückliche Zukunft, die beide verdient hatten, dessen bin ich mir sicher. Ja, dass, sie es verdient hatten ein schönes Restleben zu führen, dass sie sich liebten und, dass keiner dem anderen bewusst ein Leid zufügen wollte, das sind wohl die einzigen Sicherheiten, die ich für diese beiden habe. 


What I like and don´t like

Meine Oma hatte ein schweres Leben. Sie ließ sich von einem einfältigen, selbstsüchtigen Mann über 50 Jahre lang herumkommandieren und einschränken. Sie diente ihm und was blieb von ihr? Ein wehleidiges „oh, die Arme“, nach dem Tod. Die andere Oma war lange alleine und trauerte ihrer ersten Liebe hinterher.  

 

Ich wollte beides nicht im Leben-weder ewig alleine noch unter solchen Bedingungen verheiratet sein. Es müsste doch einen Mittelweg geben hab ich mir gedacht- einen, in dem ich weder meine Unabhängigkeit verliere noch schikaniert werde, einen, wo ich gerne in einer Beziehung bin. Kennt ihr das?

 

Wir erleben so vieles im Leben, Streit, Wut, Enttäuschung, Kleinkriege, die ich nicht brauche und im Hinblick auf die Kürze des Lebens auch net will. Denn was bleibt schon nach uns? Ich will, dass man nach mir weiß was ich liebte und wen. Aber noch viel mehr will ich, dass meine Leute es wissen solange ich da bin.

 

Und nein, keiner nimmt sie mir, meine Unabhängigkeit, meine Meinung, meine fancy Art. Ganz gleich, ob sich jemand aufregt über mich oder über meine Einstellung-I do what I like. Und ich meine garnet etwas gegen andere zu tun, denn klar liebe ich meine Leute. Aber Liebe ist nun einmal keine Ausrede für das fehlen von Emanzipation. Und Liebe ist auch nicht alles, was ich benötige, um glücklich zu sein. Sie ist mir vielleicht nicht mal bestimmt. Auch damit würde ich zurecht kommen.

 

Was ich im Leben brauche ist ein Tisch an dem ich Schreiben kann, an dem ich mit meinen Freunden und Familie frühstücken kann, an dem ich mich organisiert kriege. Und ich brauche meinen türkisen Teppich mit Sternen, weil ich mich gerne fühle wie sitzend auf Wolken. Ich brauche lustig aussehende Aufbewahrungsboxen, wo ich alles, was ich so schrieb, verstauen kann für die Nachwelt.

 

Ich brauche keinen teuren Möbel, ich brauche keine besonderen Kleidungsstücke, für mich hat alles einen berauschenden touch, das ich selbst aussuchen durfte, das farbenfroh und auch mal exotisch ist, das Wiedererkennungswert hat und symbolisch ist. Die Geschenke von Freunden und Familie, die sie durchdacht haben. Ich bin stolz auf alles was ich besitze, was mich ausmacht.

 

 

Vor allem aber brauche ich Respekt und warme Worte-immer. Und ich will auch andere glücklich machen-meistens. Jedoch vorrangig ist, dass ich mich zufriedenstelle-always. Denn nur dann wird keiner eines Tages nach mir sagen: „oh, die Arme“.


Liebe Freunde,

 

ich wünsche euch ein gesundes und gesegnetes Jahr 2018. Freue mich auf viele spannende Projekte und beginne mit meinem Text "Alles ist okay", den ich heute Nacht auf meiner Festplatte gefunden hab. Ich wünsche euch vor allem, dass ihr glücklich seid und dass, wenn ihr merkt, dass es nicht so ist, die Kurve bekommt und euch verändert..ganz gleich wie andere dies bewerten. Hauptsache euch geht es gut damit.

 

In diesem Sinne viel Spaß 2018!

Eure Izzy


Wenn alles okay scheint, aber nicht okay ist

Alles war okay,

doch sie fühlte sich schlapp. So matt, so erdrückt. Es war ihr alles zu viel geworden. Da war diese Müdigkeit heute. Und sie hatte auch nicht wirklich Hunger. Wollte nur liegen und schlafen. Sobald sie im Büro saß, konnte sie nur noch an ihr Bett denken, wo sie liegen, essen und fernsehen wollte. Nur dort sein und nichts anderes mehr tun. Lag sie aber dann endlich dort, wurde sie unruhig. Ihre Hände zitterten, die Füße schliefen ein unter der Last ihrer Beine. Und sie konnte sich nicht entspannen und rumliegen und schlafen ging neuerdings auch nicht. Sie wusste tatsächlich selbst nicht was los war. Aber sie kannte diesen Zustand von sich. Dieses Gejammer am Telefon, wenn sie wieder jemanden anrief und ihr Leid klagte. Sie konnte dann ihre eigene Stimme kaum ertragen und noch während sie die Worte aussprach, spürte sie, wie sie sich innerlich übergeben musste, so zuwider war sie sich.

An diesen Tagen gab es keine Sonne. Der erste Schnee war nasskalt und nicht herrlich, die Frühlingsnacht wurde durch dumme Vögel zerstört. Und keiner, sie am wenigsten, wusste wieso das so war. Landläufig hieß dies „schlechte Laune haben“. Doch so einfach war das nicht, fand sie. Und obwohl alles nach außen hin okay war, wollte sie in sich gehen und herausfinden, wieso sich dieser Druck in ihr aufgestaut hatte, wieso sie so sensibel war und, wieso sie sich fühlte als würde sie vor Nervosität gleich explodieren. Und dabei freute sie kaum was und jede Aufgabe war ihr zu viel. Sie saß vor dem Computer und schrieb, nach Worten suchend, beschreibend, was in ihr vorging.

Und genau dann blitzte etwas auf. Eine leichte Ahnung, ein Aha-Moment: Sie hatte sich doch in letzter Zeit mit ihrer Vergangenheit beschäftigt. Mit den Jungs oder Kerlen, hatte über einige Frage spekuliert und im Selbstgespräch offen dargelegt, was sie über sich dachte. Und sie dachte an die schlimme Krankheitsphase und an die damaligen Bilder. Besonders an diejenigen, die keiner zu Gesicht bekommt und über die sie noch niemals mit jemandem gesprochen hat. Sie hat sich gut unterhalten mit sich. Es war gut, offen zu sein. Aber gleichzeitig war es auch anstrengend und es wühlte sie auf. Sie war der beste Mensch den sie kannte. Sie mochte sich. Sie liebte ihre Ideen. Sie verstand sich selbst am besten.

Und damit verstand sie auch was mit ihr vorging: Sie war erschöpft, dass alles okay war und sie sich innerlich leer fühlte. Sie erledigte gerne Dinge. Aber sie hasste solche Tage, an denen sie nichts zu erledigen hatte bis auf das Übliche. Sie mochte es nicht, dass sie nicht kreativ sein konnte, dass nicht ein Gespräch folgte oder sie irgendwie Spaß hatte. Nein, alles, was sie hier im Büro in der Urlaubszeit, alleine tun konnte, war langweilig, nervig und bescheuert. Genau das hasste sie an dem Job und genau deshalb wollte sie nach Hause. Um an was anderes zu denken, was anderes zu sehen, zumindest anteilig nicht an den Job und die Zukunft zu denken, dieses Ungewisse.

Und ja, alles war okay. Nur nicht diese Unruhe, die sie stets daran erinnert, dass sie viel mehr vom Leben will als dieses eintönige „okay“.