Izzy´s Blog

September 2019- Augen weit auf

Sieh in mich hinein

 

Wenn sie doch nur jemand fragen würde, wie sie sich in echt fühlt. Wenn doch nur jemand da sein würde für sie. Wenn doch nur jemand in sie hinein sehen könnte. Sie hat davor am wenigsten Angst, sie würde sich womöglich sogar über diese Abwechslung freuen.

 

Aber da ist keiner.

 

Ihr Vater, ja der hätte sie kennen sollen. Ihre Mutter, die Großeltern…aber nix da, alle zusammen waren sie nur dazu da sie zu demütigen, ihr Gewalt anzutun, sie zu sexualisieren und seelisch zu missbrauchen.

 

Da war keiner.

 

Der Bruder viel zu klein und liebe Verwandte zu weit weg. Sie war alleine mit sich. Sie war immer so einsam. Freunde fand sie, aber es war schwer sich vor diesen oberflächlichen Mädchen und Jungs zu öffnen.

 

So blieb sie in sich gekehrt.

 

Mit den Jahren fand sie Menschen, die sie seelisch bereicherten und gut behandelten. Aber auch eben jene, die das Martyrium wiederholten, denn mit ihr konnte man es machen. Sie war schwach und beugte sich.

 

So wurde sie kalt.

 

Auch Männern gegenüber blieb sie still, spielte mit einigen, den anderen war sie hörig. Die falschen Männer beugten sich über sie, die richtigen Männer entfernte sie. Sie alle hatten keine Chance bei ihr, sie war zu stolz, zu abgebrüht, zu arrogant.

 

So wurde sie falsch.

 

Dann kam ein verkehrter Traumprinz nach dem anderen, mit denen sie sich sogar eine ernsthafte Beziehung wünschte. Als dies aber Realität wurde, fiel sie in sich zusammen, schoss in eine Manie und flüchtete sich in die Depression.

 

So wurde sie krank.

 

Nur ihr Überlebenswille und das Netzwerk, das sie sich aufgebaut hatte, halfen ihr da raus. Dann kam der rote Stier in ihr Einhorn-Leben hineingestürmt. Sie war verzaubert und angewidert- die perfekte Mischung für eine Illusion wie in ihrer Kindheit.

 

So widerholte sie alles.

 

Es schien nach außen alles perfekt, aber in ihr starb etwas- der Wunsch jemandem zu gefallen und die Einsamkeit zu kaschieren. Und mit dieser Erkenntnis, Verantwortungsübernahme und Offenheit hat sie sich getrennt vom Stier, von der Angst alleine zu sein, von einem Traum zu zweit.

 

Und so, so wurde sie frei.

 

 


August 2019- Frösche küsst man nicht

Frösche küsst man nicht
Frösche küsst man nicht

Es ist doch so, dass Traumprinzen sich nicht zeigen

Es ist eher so, dass sie sich heutzutage verstecken

Es ist nun mal so, dass sie sich nicht sehen

Es ist auch so, dass wir sie nicht sofort erkennen


Ich küsste viele Frösche

Ich ekelte mich hier und da

Ich war voller Schleim

Ich war gedemütigt

Und schwach


Zu Traumprinzen wurden sie mir nicht

Zu einem Märchen wurde mein Leben auch net

Zu sehr war es eine  Illusion

Zu viele Kleinmädchenträume


Heute habe ich den Froschkönig als Tattoo

Heute sehe ich ihn mir an

Heute schwöre ich mir was

Ab heute küss ich keine Frösche mehr


Ich küsse nur noch richtige Männer

Viele davon

Ich träume nicht mehr von Prinzen

Ich vergeude nicht meine Zeit mit Fröschen

Ich liebe, lebe, lächle

Und ja, ich küsse und mehr


Juli 2019- Und ich ging

Du hast mich in deine Welt eingeführt,

 

deine Filme, deine Serien, deine Spiele,

deine Familie, dein Freundeskreis, deine Gegend.

Du hast geglaubt ich brauche das, musst mich optimieren,

mir geben was ich nicht habe, was ich laut dir brauche.

Du hast mich stets gefragt was ich will und die Antwort überhört.

Ich habe deine Sichtweise auf mich angenommen, sorry.

Ich glaubte, ich muss verbessert werden, bin nicht so wie ich bin genug.

Ich glaubte mehr an dich als an mich. Du führtest, ich unterwarf mich.

In dieser Bindung hättest du bis zum Ende leben können.

Ich hingegen starb allmählich. Und mit mir die Liebe zu dir.

Ich denke Gleichgültigkeit ist das Ende. Du wurdest mir egal, ich war es uns schon längst.

Und dann brach es aus.

Wo war meine Welt? Meine Filme, meine Serien, meine Spiele?

Wo war meine Familie, mein Freundeskreis, meine Gegend?

Ich dachte nach und sah den Rest von mir.

Ich fühlte in mich hinein und weinte tagelang.

Mich beweinend, wütend auf uns und enttäuscht von dir.

Warum hattest du nie gehört wer ich bin und mich ernst genommen?

Warum hattest du nicht gesehen dass ich schon ein Leben hatte?

Warum war ich noch bei dir?

 

Eine Million Gründe zu gehen und keiner zum Stehen.

Und ich ging.

 


Januar 2019

Wir haben nun Januar und den letzten Monat habe ich in Hektik verbracht wie viele meiner Freunde und Familienmitglieder. Ich hatte keine Zeit- für mich, für meine Schriftstellerei, für diesen Blog...für alles was mir selbst noch vor kurzem so wichtig schien. Die Vorbereitungen für die Besinnlichste Zeit des Jahres waren alles andere als besinnlich eben..auf der Arbeit hatte ich gut zu tun und nebenher eben auch. Ja und jetzt ist alles vorbei und ich hab mir Neujahr eines vorgenommen: ich lasse mich nicht mehr auf diesen Stress ein. Dieses Jahr nicht, ich will lernen meine innere Ruhe wiederzufinden mit allen Mitteln die mir dafür zur Verfügung stehen. Ja und gleich heute habe ich damit begonnen indem ich beschloss diesen Monat täglich mindestens 10 Minuten lang Sport zu treiben. Hört sich wenig an, aber ich bin ehrlich gesagt so unglaublich untrainiert, dass ich nach dem ersten WorkOut heute schon ins Schwitzen kam, doch ich weiß, wenn ich's nicht jetzt angehe, dann werde ich weiterhin so gestresst sein und wieder vergehen die Monate und Jahre in Trägheit und Wut über mich. Ich will meinem Körper gegenüber aber kein schlechtes Gewissen haben, denn das nervt einfach nur. 

 

Ja, und als zweites habe ich für diesen Monat beschlossen, mich nicht mehr bei Menschen zu melden, die mir nicht gut tun. Ihr müsst wissen, ich hab im letzten Jahr einige Freunde verloren, die aus diversen Gründen nicht genauso viel Verständnis für mich hatten wie ich es stets für sie hatte. Das machte mich traurig, aber auch unabhängiger von ihnen. Ich habe gemerkt, dass ich keine Leute um mich herum brauche, die mich vom rechten Weg abbringen wollen oder welche, die sich anstellen, wenn ich mal keine Zeit habe. Auch solche nicht, die aus Neid, Eifersucht oder Missgunst doch nicht mehr mit mir klar kommen. Ich habe mich in einigen Freunden geirrt-jahrelang. Denn nach allem, was ich auch an schlimmen Zeiten schon durch habe, dachte ich man freut sich aufrichtig für mich wenns mal gut läuft und musste feststellen, dass gerade dies einige dazu treibt fies, geradezu bösartig zu werden und mich dann auszuschließen aus ihrem Leben. 

 

 

Jedoch bin ich ein zu positiver Mensch, um mich davon beirren zu lassen. Drum sage ich: 2019 wird mein Jahr, ich akzeptiere alles was geschieht mit Gelassenheit und Würde und lebe nach dem Prinzip: Mache ichs nicht, macht es keiner für mich. 


November 2018

Das Ende des Monats naht, noch drei Stunden November und ich esse Schokobons und beginne meinen persönlichen Blog. Dabei höre ich Makarena und tippe in die Tasten. Ja, die Zigarette darf auch nicht fehlen, aber was wichtiger ist: Warum fange ich heute meinen Blog an? 

Nun, ich denke in den letzten Jahren habe ich mich dem Publikum, wenn es denn überhaupt Leser meiner Homepage und zahlreich verschenkten Bücher gibt, garnet so recht vorgestellt. Was weiß man schon über mich bis auf die tragischen literarischen Ergüsse und Fotos auf Facebook, Instagramm und wie die sozialen Plattformen sonst noch alle so heißen? Und sagt das überhaupt etwas über mich aus? Und wenn ja, was? Ja und noch wichtiger, was sagte es über euch aus, wenn ihr mich begleitet und mir folgt?

 

 

 

Finden wir es doch im nächsten Jahr gemeinsam heraus. Ende des Monats erscheint ab nun immer ein Ausschnitt mit Foto aus meinem Leben. Vielleicht erfahren wir so auch zusammen was neues über mich und euch.