Mein Vater sagte mir im Traum ich soll darüber schreiben was tief in mir verborgen ist. 


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Ich dachte immer Bildung sei der Schlüssel zu meinem Glück. Wenn ich nur klug bin und gut dazu, mit vernünftigen Werten, liebevoll und aufrichtig, dann komme ich klar. Doch dem ist nicht so. Freude vermittelt man nicht mit Worten, es ist ein Gefühl das sich in Situationen äußert von denen ich nicht weiß wann sie kommen werden. Traurigkeit aber auch. 


Und da beginnt mein Problem. Ich bin gut in selbstbestätigenden Worten, aber schlecht in den Emotionen, denn sie zeigen sich wann sie möchten, nicht wann ich will. Sie sind unkontrollierbar. Ja, und ich will immer alles kontrollieren. 


Kontrolle ist mir so heilig, weil ich weiß wie es ist in kompletter Angst zu leben. Das wünsche ich mir nicht zurück. Und ich hatte entsetzlich viel Angst. Sie machte mich krank. 


Diese Zeit in der ich krank war, hat mich aber auch meiner Familie und meinen Freunden näher gebracht. Sie sorgten sich um mich, sorgen sich, werden sie es noch tun, wenn ich wieder gesund bin? Sieht mich dann jemand noch? Sehe ich mich dann noch? Erkenne ich mich wieder? 


Ich habe Angst loszulassen. Habe Angst zu überleben. Ich weiß nicht ob ich es kann. Tief in mir diese Furcht und der Fluchtgedanke. Will zu meiner Mama. Und sie weist mich ab. Das triggert. 


Im inneren liege ich auf dem Boden und wimmerte vor mich hin, mich in den Schlaf schaukeln. Ich bin so alleine und einsam. Ich bin so voller Kummer und Sorge dass dieser Zustand nie aufhört. Und ich hab Angst vor der Außenwelt, denn keiner hat mich auf die Normalität vorbereitet, nichtmal ich.


Es gibt zu viele Möglichkeiten heute. Nicht nur Bildung bringt dich weiter. Du kannst auch dumm und reich sein, kannst Leute beeinflussen, dich selbst vermarkten. Nicht mein Ding. Bin schon zufrieden wenn ich nicht abdrehen würde. 


Jedoch Normalität habe ich nie gelernt. Und meine Ziele so zu erreichen dass ich mich wohl fühle auch nicht. Fühle ich mich überhaupt wohl wenn ich eine normale Kleidergröße trage? Ist 38 das Ziel? 58 geht nicht? Das ist ja krank, aber ist gesund gesund für mich mental? 


Was ist wenn alle von mir ablassen? Weil ich ja gesund bin, ich brauche ja dann keinen mehr und sie lassen mich fallen. Blocken mich ab. Verlassen mich dann aus Neid, Missgunst, falschem Vergleich? Was ist wenn Mama mich dann hasst? Ich brauche doch meine Mama, sie soll mich nicht auch noch verlassen. Ich will den Neid nicht. Ich will mich nicht verändern. 


Papa sagte mir im Traum ich soll es beschreiben, was in mir steht. Nun, Papa da ist Trauer um dich, um euch. Ihr habt mich verlassen. Ich hatte keinen Einfluss. Keine Kontrolle. Wie jetzt auch. Was geschehen soll wird geschehen. Ich kann bloß feststellen dass ich keinen gesunden Umgang damit habe. Mein Gewicht ist der Beweis. Ich brauche andere Lösungsstrategien als Essen essen. 


Ich muss mich verändern im Kleinen, Ballast abwerfen, gesund werden. Mit der traurigen Realität und Auflage, dass es Konflikte geben wird. Und ich alleine lernen muss damit normal umzugehen.