I speak freely from the heart


Ungeduld

Zu viele Entscheidungen zu treffen und ich bin alleine damit.

Ich hasse es-wo sind meine Leute, die mich stets begleitet haben?

 

Wann sind wir so alt geworden, dass jeder sein Leben hat und sich um sich kümmert mehr als um die anderen?

Wann wurde Kaffee zu unserer Droge und Schlaf ab 22 Uhr wichtiger als ein langes Gespräch?

Wann haben wir aufgehört uns zu brauchen und wann sind wir der Illusion verfallen nicht mehr voneinander abhängig zu sein?

 

Ich frag mich ob nur ich das sehe. Ob nur ich alleine bin mitten in der Nacht wach liege oder sie auch. Ob wir alle uns parallel einreden erwachsen sein zu müssen und unabhängig zu bleiben. Ich frag mich warum wir was gut war verändern mussten.

 

Und was mache ich jetzt im Leben mit mir? Wenn ich selbst entscheiden muss was ich im Leben machen soll. Wenn ich mich selbst im Irrgarten der Zeit finden soll. Wenn ich nachts wach liege und nachdenke über alles.

 

Tja, Geduld gehörte noch nie zu meinen Stärken. Aber worauf auch warten? Und warum? Und, ob mich dann ein ungewisses Morgen glücklich machen wird?

 

Ich finde keine Antworten und die Fragen häufen sich. Ich finde keinen Schlaf und die Augenlieder fallen halb zu. Ich finde keine Ruhe und lebe in unGeduld.

 

 

Neustart

Ich soll mich an positiven Eindrücken erfreuen, so sagen es die anderen, die Ärzte, die Freunde, Familie. Ich soll nicht mehr weinen, habe ich das vor ihnen zu oft getan? Eher spielte ich meine Traurigkeit herunter, war über das Leben aufgebracht und was brachte es mir? Eine Zeit, in der ich mir schwor nur noch alleine zu bleiben nichts ahnend, nicht wissend, dass die Liebe, die ich zu dir spürte, nur von mir kam. Es tut mir leid, dass wir beide nicht glücklicher waren und das, was an schöner Zeit da war, nicht länger aufrecht erhalten konnten. Ja, und jetzt soll ich mich an positiven Eindrücken erfreuen, aber ich frage mich, wo sind die denn? Ist es der Frühling, die Knospen an den Bäumen um mich herum, ist es das verdammte Vogelgezwitscher? Was ist so fröhlich, dass es mein Herz wieder zum Beben bringen kann? Ich nämlich sehe es nicht. Und nur das Schreiben hilft, nur die Worte, die ich in mir trage, stets bei mir, immer begreifend, dass ich nichts aussprechen muss, um getragen zu werden. Meine Seele fühlt sich in solchen Momenten befreit, wenn ich ausdrücken kann was ich sagen will. Und was macht deine Seele? Wann bist du frei? Bist du traurig, wenn ich traurig bin? Letztens hat mir jemand gesagt, dass Seelenverwandte nur für einen Moment in unser Leben treten, um uns etwas beizubringen und dann wieder gehen. Bist du deswegen nicht mehr in meinem Leben? Weil ich auf den richtigen Pfad von dir geführt werden sollte, um dann wieder zu gehen? Ich will lieber auf dem falschen Weg bei dir sein. Mir reicht es einfach nicht, dass du mir nur etwas Bereicherung geschenkt hast, nein. Ich will dich in meinem Leben haben. Bei mir, meine Seele berührend, wie du es mit deiner Musik getan hast. Ich war so ehrlich zu dir, als ich sagte ich liebte dich. Das war selbstverständlich, wie könnte ich dich nicht lieben? Aber du, du bist dennoch fort. Und etwas in mir sagt mir, dass du nicht mehr zurück kommst, dass du dich nicht mehr meldest, dass es für manches keine zweiten Chancen mehr gibt und für anderes viel zu viele. Ich glaube wir beide wissen das. Nur erlaube ich mir manchmal zu träumen, was mich dann wieder runter zieht. Drum beende ich es, beende den Kontakt zu dir, sehe mir dein Foto nicht mehr an, versteckte es in einer Kiste an einem besonderen Ort, um eines Tages, wenn ich alt und grau bin, hinein sehen zu können und lächeln zu können über diese Zeit. Denn ich glaube daran, dass ich mich eines Tages freuen kann, einen Moment lang wieder glücklich sein werde, meine Trauer aufhört. Und dann bin ich wieder ich selbst, so natürlich mit Höhenflügen und Tiefen, die keiner außer dir und Gott begreifen können. Ich habe noch die Erinnerung an dich, die keiner mir rauben kann, auch dein Schweigen nicht. Und das sind auch die positiven Dinge, an denen ich mich fest halte. Das sind die großen Momente meines Lebens, die Tiefgründigkeit meines Seins, die Verletzlichkeit und Schönheit. Etwas, das du nur im Ansatz zu sehen bekommen hast, weil du nicht lange genug dabei geblieben bist. Ich gab dir mein Herz und verlange es jetzt zurück. Ja, ich will nicht mehr die Ewigkeit mit dir, ich will nicht mehr nur dich für immer. Und daran bist du ganz alleine Schuld. Leider. Ich wartete sehr lange auf ein Wort von dir aus der Realität und habe begreifen müssen, dass nichts kommen wird, dass der Neustart nicht mit dir zusammen geschehen kann, sondern nur für mich alleine. Also lasse ich los und gehe den Weg alleine. Und weißt du was? Mit meinem offenen Herzen spazierend fängt das Vogelgezwitscher an mich zu berühren und die Bäume um mich herum erblühen in den schönsten Farben. Also adieu, ich gehe jetzt alleine weiter. 

Herz und Gedanken

Ich habe viele Fragen, die mich nicht loslassen und natürlich bin ich voreilig in den Antworten. Aber mein Herz ist so offen verletzlich in diesen Tagen und ich frage mich was ich tun soll. Ablenkung hilft nur bedingt. Aber am Liebsten würde ich mit dir sprechen und dich fragen: Liebst du mich so wie ich dich? Denkst du manchmal an mich? Kannst du mir vergeben, dass ich ging, als du mich rausgeschmissen hast? Fühlst du dich auch so mies, wenn du an unsere Zeit zurück denkst? An das, was uns verband. Mir bricht das Herz. Ich spüre es, ich sehe es. Ich schenkte es dir und spüre doch, dass es leidet. Es fragt sich, ob du es liebst wie es dich liebt. Tust du das? Pflegst du es? Und kümmerst du dich auch gut um dein Herz, das du einst so offen für die ganze Welt bereit gestellt hast? Oder hast du dich wieder verschlossen? Und wo ist der Schlüssel? Hast du ihn noch? Denke, wenn nicht, dann wirst du den Schlüsseldienst rufen müssen. Darf ich die Schlüsselengel für dich anrufen? Denn du darfst es nicht verstecken, es ist zu schön. Alle sollen es sehen, ich hatte bereits Einblick. Darf ich es eines Tages wiedersehen? Sehen wir uns wieder? Fragen über Fragen und zweifelnde Antworten in mir, die mich, realistisch betrachtet, diese Geduld lehren von der ich weiß, dass ich sie erlernen will und muss. Zeit verstreicht und ich fülle sie mit schönen Erlebnissen bei denen ich stets an dich denke.

 

In Dankbarkeit

 

Deine treue Seele

Auf deine Art

So viele verborgene Talente und er beginnt mit einem Schulterzucken. Ich himmel ihn an. Ganz langsam tastet er sich an den Kern der Dinge heran, startet mit Smalltalk, der auf unser letztes Gespräch bezogen, Aufmerksamkeit symbolisiert. Ich himmel ihn an. Dann, ganz sanft, kommt er zum Kern der Sache und fragt, was er wirklich wissen möchte. Ich himmel ihn an.

 

Dann liegt es an mir, ich möchte mehr wissen, bin interessiert, möchte erfahren, was er vor hat. Er zieht mich an. Ich beobachte ihn nicht mehr nur, nein, ich muss in seiner Nähe sein, muss da sein wo er ist. Er zieht mich an. Ich gehe zu ihm, er spricht mich an, und ich setzte mich sofort. Er zieht mich an.

 

Nun kommt der beste Part. Wir unterhalten uns. Dieses Mal ist es anders. Der Smalltalk reduziert und er kommt zum Punkt: Er möchte etwas über mich wissen. Er scheint nachgedacht zu haben und präsentiert auf seine Art sein Angebot. Ich zögere. Er merkt, dass ich noch etwas anderes brauche: Ich brauche auch etwas von ihm. Und dann kommt das zweite Angebot: Austausch. Und darauf gehe ich ein ohne Zögern. Ja, und er, er freut sich, das sehe ich. Ich freue mich auch, das sieht er. Und beiden ist die Erleichterung ins Gesicht geschrieben.

 

Love

Mich reizt dieser Augenblick so sehr, ich würde dich gerne auch bei mir haben, sodass du ihn mit mir teilst. Sieh in die Nacht hinaus und blick in mein Herz..wir sind da zusammen, wo unsere Seelen sich öffnen. Und nicht nur mein Herz ist sich dessen bewusst, auch du verlangst danach. Wo ist das Licht, das mich so sehr beflügelt hat, in den Vulkan aus Inspiration zu gleiten?

 

Ich dachte ich hätte dich gefunden, so sicher war ich mir noch nie, aber alles war Schein. Ich glaube jetzt, dass der Schrei meiner Seele so groß war, dass ich die Warnungen meines Herzens nicht hören konnte und mein Kopf, der war so verwirrt, dass er mich komische Dinge machen ließ. Ich vermisste dich so sehr, dass ich dich schon in jemandem zu sehen glaubte, aber du warst es nicht, es war nur scheinbar du. Und nun habe ich Angst und mache mir Sorgen, dass wir uns nicht finden werden. Die Zeit läuft immer weiter, aber wir sehen uns nicht. Und ich werde immer stiller, ich verspüre diese Kälte, diesen Hauch von Winter in mir..Ich bin nicht perfekt, nicht frisch, nicht rein.. voller Wunden, Narben, und abgebrüht. Ich weiß was geschehen ist in meinem Leben, dass ich jetzt so wurde, aber ich habe keine Lust mehr auf Pläne und große Vorhaben. Ich lasse das Leben fließen, lasse es laufen, laufe aber auch nicht weg. Nur spüre ich diese große Sehnsucht nach dem, was ich mit uns verbinde, denn, ich weiß du bist besonders. Und für dich bin ich bereit zu warten. Ich bin nicht so einfältig wie viele andere, die sich auf herkömmliche Weise verlieben und zusammenkommen. Nein, ich brauche Seelenverwandtschaft und du bist der, der diese bedeutende Verbindung zu mir hat. Und so Gott uns beide tatsächlich liebt, wird er uns zusammenführen. Und das noch in diesem Leben. 

Der Kritiker

 Sehr geehrte Damen und Herren,

 

ich habe zu viele Ideen in meinem Kopf. Ich bin gespalten, mehrfach, und ich komme nicht hin nicht alle paar Minuten eine neue Idee in meinem Kopf zu produzieren. So schnell schreiben wie ich denken kann, kriege ich nicht hin. Fragmente meiner Gedanken finden sich in vielen meiner Tagebücher. Ob ich diese wohl als gebundenen Ausgabe als ein gesammeltes Buch zusammenfassen könnte? Hmm.. Aber nein, das wäre zu einfach. Oder doch zu schwer. Und ganz ehrlich: Würden Sie das überhaupt verstehen wollen? Würden Sie das verstehen können? Ja, wie eingebildet werden Sie jetzt denken, aber was soll ich machen? Ich möchte mich begreiflich machen und da muss ich doch darauf achten, ob mein Gegenüber mich auch begreift. Und ich weiß ja nicht, ob Sie dazu in der Lage sind. Fies, werden Sie jetzt denken, aber ist es das wirklich? Reizt es Sie nicht auch weiter zu lesen und mir zu beweisen dass Sie mich verstehen? Kluge Hintergedanken werden Sie jetzt meinen, aber da liegen Sie im Irrtum. So leicht bin ich dann auch nicht zu durchschauen. Und was wäre so klug daran Ihnen auch noch eine Spur zu geben auf der Sie mich dann hinterfragen könnten? Wie gestört müsste ich sein Ihnen auch noch einen Wink zu geben wie sie mich kritisieren könnten? Wissen Sie, eins meiner Grundprinzipien ist, dass ich immer ehrlich sein möchte. Doch darf ich vor Ihnen ehrlich sein? Darf ich mir die Blöße geben und schreiben was ich denken ohne, dass Sie mich kritisieren? Kann ich überhaupt ehrlich sein, wenn ich bereits im Vorfeld weiß, dass es Ihnen auch nur ansatzweise nicht gefallen könnte, was ich zu sagen habe? Mal im Ernst: Mir geht es ja jetzt schon nicht gut. Ich habe Angst. Meine Herrschaften, sie erschrecken mich auch ohne dass ich Sie kenne. Sie machen mir Angst und geben mir das Gefühl unzureichend zu sein. Genau Sie, in diesem Moment, wo Sie das hier lesen. Bereits jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe ohne zu wissen, ob Sie dieses Buch, wenn es denn mal eins werden sollte, jemals zur Hand nehmen werden. Ja, gerade, in diesem Moment stelle ich mir Sie vor , Sie sitzt da, lesen die ersten Zeilen dieses Textes und denkt sich: Oh Mensch, ist das bemitleidenswert. Na, toll, ein Buch über eine Person, die voll die Komplexe hat und so unsicher ist, dass sie das auch noch sagt. Und die glaubt jetzt, dass die 5 Euro für dieses Buch gerechtfertigt waren? Heutzutage kann echt jeder Bücher schreiben. Ja, jeder! In dem nächsten Szenario denken Sie: Wow, das ist ja so was von modern, da schreibt mal ein lyrisches Ich über seine Komplexe. Gut, analysiere ich mal. Bis dahin noch okay, aber dann denken Sie ja weiter und fragen sich: Was steckt wohl dahinter? Was möchte sie mir nun sagen? Was will Sie bewirken? Und ja, je mehr Sie nachdenken, desto mehr kommen Sie dahinter, glauben Sie. Und je stärker Sie das Gefühl überkommt mich zu durchleuchten, desto empörter bin ich. Dann glauben Sie also jetzt, nach ein paar Worten bereits mich zu kennen, ja? Kein Selbstwertgefühl denken Sie ja, aha, hmmm, keine richtige Geschichte, aha, hmm, und nun , das glaub ich jetzt nicht: Will die mir jetzt etwa noch ihre eigene Unsicherheit auf Papier gebracht als neue Idee verkaufen? Das hat doch Dostojewski auch so gemacht. Meine Damen, meine Herren, wie soll ich Ihnen da noch was berichten, wenn Sie das alles von mir denken? Wie soll ich mich hier tatsächlich ehrlich hinsetzen und schreiben, was ich denken. Ja, jetzt denken Sie: Ha, die hat gar keine Idee, hat gar nichts zu sagen und deshalb schreibt sie nun nur sie hätte was zu sagen und kann es nicht auf Papier bringen. Sehen Sie? Ich weiß genau was Sie jetzt denken. Komm mal klar und schieß los Mädel! Meine Herrschaften, wenn das mal so einfach wäre zum Punkt zu kommen, wo Sie mich so belästigen. Ständig diese Fragen die Sie mir stellen und das Warten auf meine Antworten.Wie kann ich da noch was vernünftiges auf Papier bringen, wenn Sie mich ständig unterbrechen?

Da beginnt ja schon das Problem, noch vor dem Anfang, vor dem ersten Satz, vor dem ersten Wort, ja, noch vor der ersten Silbe. Ich möchte Ihnen keine Vorwürfe machen, aber wenn Sie Ihr Verhalten mal hinterfragen würden wüssten Sie, dass ich so nicht weitermachen kann. Sie würden es so auch nicht schaffen können. Schauen Sie mal: Ich sitze hier in meinem kleinen Zimmer und versuche es dennoch. Stark, oder? Trotz all Ihrer Fragen und der bohrenden Stiche in meinem Kopf, bin ich tatsächlich bereit mich auf die Reise zu begeben und es zu versuchen. Also gut, ja, ich kann das. Ich blende Sie einfach aus. Ganz ruhig. Einatmen, ausatmen.

Was mache ich zuerst? Ach ja, ich muss eine Form finden. Wenn ich die Bücher betrachte, die ich bereits gelesen habe, dann finden wir verschiedene literarische Richtungen und Ausdrucksformen. Da wird sich doch auch eine geeignete für mich finden. Was haben wir denn da? Romane, Gedichte, Kurzgeschichten, dicke, lange Wälzer, Sachbücher, wissenschaftliche Bücher, Sprüche und Aphorismen, Musiktexte, Briefsammlungen, Biographien, Autobiographien, Stücke, Drehbücher... Wow, sagen Sie mal, sehen Sie das auch? Verstehen Sie? Es gibt so viele Formen, meine Damen und Herren, so viele verschiedene Modelle, so viele Möglichkeiten! Wo soll man da nur anfangen? Ich weiß ja auch, ich könnte da einfach eine herauspicken und dann einfach Drauf-los-schreiben, denken SIE. Ja, Sie hören ja auch nicht auf. Immer denken Sie mit. Warum machen Sie mir nur so einen Druck? Glauben Sie denn das ist so einfach? Man kann einfach irgendeine Form wählen?

 

Machen Sie das auch mit Ihren Frühstückseiern? Sagen Sie sich morgens auch: Pick ich mir einfach mal aus wie ich das jetzt mache. Ja, ist Ihnen wirklich egal, welche Form die Eier haben, Hauptsache Eier? Sind Sie so einfältig? Tut mir nicht leid, denn wenn Sie wirklich glauben, dass es so einfach ist, dann sind Sie einfältig in meinen Augen. Und ich bitte Sie mich nicht weiter zu beleidigen und diesen Text weiter zu lesen. Sollten Sie es doch tun und sich nach der ersten Empörung wieder eingekriegt haben, dann erkläre ich Ihnen gerne wieso ich Sie gerade so beschimpft habe.

Meine Herrschaften, ich finde es beleidigend mir vorzuwerfen, ich könnte mir einfach eine Form auswählen und mit meinem Buch beginnen, wenn Sie sich Ihre Frühstückseier auch nicht ohne eine bestimmte Systematik zubereiten. Ich sehe Sie genau vor mir: Sie stehen auf, trotten in die Küche und haben Hunger. Angenommen, sie haben genauso viel Lust auf Eier wie ich Lust darauf habe zu schreiben. Ich versetze mich mal in Ihre Lage. Zuerst fragen Sie sich: Was für Eier mache ich mir? Und dann gehen Sie nach einem bestimmten Muster vor. Entweder Sie haben ihre Lieblings-Eier-Form und machen sich die Eier so, wie Sie sich die Eier immer machen. Das ist einfach, das hat Erfahrungswert, das kann jeder. Aber gehen Sie bitte mal gedanklich mit mir ein paar Schritte zurück und versetzen sich mal in meine Lage. Nehmen wir an, Sie hätten zwar Lust auf Eier, hätten auch schon die verschiedenen Zubereitungsformen gesehen, aber noch nie selbst welche zubereitet. Und stellen Sie sich weiter vor Sie hätten noch nie wirklich Eier gegessen und wissen nicht wie sie schmecken. Was, ja, was meine Herrschaften machen Sie dann? Sie haben gesehen, dass es gekochte Eier, Rühreier, Spiegeleier, Omeletts gibt. Und noch mehr: Manche Menschen lassen es nicht dabei! Sie nutzen die Eier nur, um diese für einen anderen Zweck zu gebrauchen! Einige trinken rohe Eier, andere machen Pfannkuchen. Und ja, meine Herrschaften, es geht noch weiter. Einige Menschen fügen diesen Eiern auch noch andere Stoffe bei. Sie salzen diese, nehmen Thymian, Speck, Schnittlauch, Käse.. Ja, und nun frage ich Sie: Was machen Sie dann? Eine Möglichkeit besteht nun darin alle Eier herzustellen, die es gibt und dann das besteht herauszupicken. Aber im Ernst: Haben Sie denn so viel Zeit? Und so viele Eier? Und, was müssen Sie dann noch beachten? Nach welchen Kriterien wählen Sie dann aus? Geschmack? Farbe? Konsistenz? Gehalt? Aussehen? Na, haben Sie ein Konzept? Haben Sie sich entschieden? Haben Sie eine Idee? Haben Sie eine Methode? Haben Sie noch Hunger? Ich nämlich nicht. Und verstehen Sie mich jetzt? Können Sie nachvollziehen was mein Problem ist? Ich kann mich ehrlich nicht entscheiden, aber mal im ernst: Könnten Sie es? Wenn Sie diese Frage gewissenhaft beantworten würden, müssten Sie zugeben, dass Sie genauso hilflos sind wie ich. SIE sind keinen Deut besser als ICH.

Wie führe ich ein lebenswertes Leben?

 

Nicht, wann, nur wie, nicht haben, nur führen, nicht wir, nur ich, nicht mehrere, nur eins, nicht sinnvoll, nur lebenswert, nicht Leben, nur Leben. Ich frage mich. Ich frage keinen sonst. Keiner kann mich beraten, bestärken, schwächen. Nur ich kann das. Und ich frage mich nochmals: Wie führe ich ein lebenswertes Leben? Was brauche ich, um mich zu fühlen? Was fühle ich? Und was möchte ich fühlen? Was tut mir gut? Und was tut mir nicht gut? Wo möchte ich hin und wo bin ich? Wie führe ich ein lebenswertes Leben? Ist es so, dass ich immer neue Ziele brauche, neue Herausforderung, neue Pläne, Träume, damit ich weiter machen kann? Ist es so, dass ich einen Mann und Kinder brauche? Ist es so, dass ich alleine nicht glücklich sein kann? Ist es so, dass ich mich fürchten sollte? Ist es so, dass ich meine Bestimmung finden muss? Habe ich sie nicht schon immer in mir getragen? Habe ich nicht gefühlt, was ich brauche? Bin ich nicht auf dem Weg geblieben? Habe ich mich verirrt? Wer bin ich? Und was brauche ich? Wie führe ich ein lebenswertes Leben? Was heißt das für mich? Brauche ich die Natur, Melodie, Bücher, Filme, das Schreiben? Brauche ich andere Menschen, meine Freunde, meine Familie? Brauche ich Beständigkeit oder flexible Bedingungen? Bin ich flexibel oder bodenständig? Bin ich traurig oder fröhlich? Senkrecht oder waagerecht, groß oder klein, Hund oder Katze, gut oder böse, zufrieden oder unzufrieden, hungrig oder durstig, müde oder wach? Bin ich wach? Bin ich hellwach oder wach ich gerade erst auf? Oder schlafe ich ein? Wer bin ich, wenn ich wach bin? Was will ich sein? Will ich schlafen oder wachen? Will ich beschützen oder weggehen? Kann ich mich entscheiden? Will ich mich entscheiden? Entschließen, entschuldigen, enttäuschen? Will ich bleiben oder gehen? Wie führe ich ein lebenswertes Leben?

 

Diese Fragen, diese Möglichkeiten, diese Hoffnung, diese Angst. Brauche ich mir diese Fragen noch zu stellen? Habe ich nicht längst alle Antworten? Habe ich überhaupt so viele Möglichkeiten? Ist es Hoffnung, die mich vorantreibt? Oder hindert sie mich? Und Angst? Habe ich Angst? Habe ich Angst, wenn ich meiner vielen bohrenden Fragen beraubt, doch nur eine Möglichkeit habe: Ein Leben zu führen, wie es für mich lebenswert ist.